Waldbrand in der Eifel erreicht wohl größtes Ausmaß der NRW-Geschichte
Im Hürtgenwald in der Eifel kämpft die Feuerwehr gegen einen Waldbrand von außergewöhnlichem Ausmaß. Nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen könnte es sich um den größten Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes handeln. Die betroffene Fläche wird auf mindestens 200 Hektar geschätzt, möglich sind bis zu 300 Hektar.
Mehr als 2.000 Menschen evakuiert
Das Feuer war am Donnerstagabend ausgebrochen. Am frühen Freitagmorgen wurde der Ortsteil Hürtgenwald-Gey evakuiert. Nach Angaben des WDR waren mehr als 2.000 Menschen betroffen. Das Feuer näherte sich dem Ort zeitweise bis auf etwa 150 bis 200 Meter. Fünf Menschen wurden verletzt, darunter vier Einsatzkräfte. Eine ältere Person bekam während der Evakuierung Herzprobleme.
Die Situation blieb am Samstagmorgen beweglich. Viele Einzelfeuer und der Wind erschwerten die Planung der Löscharbeiten. Einsatzkräfte gingen davon aus, dass der Einsatz noch mehrere Tage dauern könnte. Neben Feuerwehr und Polizei waren auch Bundeswehr, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz und Malteser beteiligt. Hubschrauber warfen Wasser ab, außerdem kamen Wasserwerfer zum Einsatz.
Munition aus dem Zweiten Weltkrieg
Besonders schwierig ist der Untergrund. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe. Bis heute liegt dort Weltkriegsmunition im Boden. Während der Löscharbeiten detonierte bereits Munition. Feuerwehrleute können deshalb nicht überall mit Löschrucksäcken direkt an die Brandherde herangehen. Auch diese Gefahr macht deutlich, warum Waldbrände nicht allein eine Frage von Wasser und Personal sind.
Was der Brand mit dem Klima zu tun hat
Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Ein einzelnes Feuer lässt sich deshalb nicht automatisch dem Klimawandel zuschreiben. Das Klima verändert jedoch die Bedingungen: Längere Trockenphasen, Hitze und ausgetrocknete Böden machen Vegetation leichter entzündlich. Ein Funke kann dann schneller einen großflächigen Brand auslösen, und die Feuer können sich rascher ausbreiten.
Für den Rhein-Erft-Kreis ist die Entwicklung besonders relevant. Die Region grenzt an die Eifel und besitzt selbst große Wald- und Naherholungsgebiete. Bei hoher Waldbrandgefahr gilt daher: Rauch und Feuer im Wald sofort melden, Zufahrten für Rettungskräfte freihalten und Absperrungen ernst nehmen. Neugierige Zuschauer helfen nicht — sie gefährden Einsatzkräfte und behindern die Rettungswege.
